Mittwoch, 15. Dezember 2010

Weihnachten

Weihnachten (Ein Pfälzer Dialog)

„Unn, fräst du dich aach uff Weinachte?“ „Herr mer uff. Wann ich die rote Kappe schun im November sehe muss, uff em Weihnachtsmarkt. Kannst du mir sache, was das mit Weihnachte zu due hot, im November?“ „Des Johr fällt Weihnachte uginstig for die Geschäftsleit, de 24. is doch e Freitag. Do bleibt wenig Zeit zum Vekaafe.“ „Du host mei Frog net vestanne. Ich will wisse, was das mit Weihnachte se due hot, wenn midde im November die Leit mit de rote Kappe rumlaafe.“ „Ei, die honn halt ihr Spass debei.“ „Seit wann ist Weihnachte en Spass? Unn warum misse die dann ach noch Glühwein saufe bis se umfalle. Is das ach Spass? Weihnachtsspass?“ „Loss doch den Leit ihr Fräd.“ „Ich honn immer gedaacht, es geht um des Kind in der Grippe, das wo im Stall in Bethlehem uff die Welt komme is, das käner gewollt hat, unn dem sei Eltern, Maria und Josef, gefrore unn gehungert honn.“ „Das is doch schun üwer 2000 Johr serick.“ „Aah jo, du meinst die rote Kappe ware domols noch net uff dere Welt unn kenne des net wisse? Allah gut, ma müst die Froge vun de Pisastudio mol durchforste unn die Kinner noch em Lukas-Evangelium froge. Mer solls net klawe, was du fern Mist babbele kannst.“ „Jetzt sei doch net so sauer uff mich. Sa emol, host du schun die Geschenke?“ „Her ma uff. Jedes Johr hästs, mir schenke uns nix. Unn des NIX ist mittlerweile fuffzig Euro deier.“ „Wie das?“ Irgendwann hon die Annere gesagt, Nix wer doch nix am Fest der Liebe.“ „Das is awer en scheene Betrag, aber do krieht jeder wenigstens ebbes im gleiche Wert.“ „Babbel du aach nur weiter dummes Zeich. Es geht jo noch weiter.“ „Was mämsch en du?“ „Damit ma nix unnötiges schenke dut, säht jeder was er will und dann wird ausgemacht, wer was wem kaafe dut.“ „Das is awer praktisch?“ „Praktisch?“ „Ei für die Geschäftsleit.“ „Wie kummsch du dann jetzt do druff?“ „Ei iwwerleg doch emol, hähä, dann wird nix mer umgetauscht.“ „Du Praktiker. Awer sag mir emol, was hot das mit schenke zu dun, wenn ma vorher schun wääs , was im Pächche drin ist?“ „Do host du schunn Rächt. E Iwwerraschung kanns jo käne me gewwe.“ „Äwe. Do nimmt de Baba e Päckche in die Hand, schnubbert dran und schiddeld’s und froogt mit große Auge in die Runde: „Ja, was wird denn da wohl drin sein?“ „Ehrlich?“ „Du Doofkapp, der wäas doch was er krieht, er macht doch nur so. Dann reist er’s uff und fräät sich so, als wenn’s di dollste Überraschung wär.“ „Ei das ist doch scheen.“ „Scheen ach, awer bleed unn veschmitzt. Und das an Weihnachte im Angesichts des Christkinds.“ „Des derfste net so eng sehe.“ „Ich wäs, du denkst galaktisch, äh global.“ „Gehst du an Weinachte in die Kerch?“ „ICH, nie mehr geh ich an Weihnachte in die Kerch?“ „Ei warum dann net?“ „ Das kann ich dir saan. Es ganze Johr brauch ich des Gotteshaus net und wann ich emol noi will ist voll. Letzt Johr honn ich kein Sitzplatz mer krieht. Unn stell der mol vor, die honn aangestand, als gäbs was umsunscht se drinke.“ „Ei, das is doch jeed Johr so.“ „Was?“ „Ei, dass die Kerch do voll is.“ „Ausgerechnet wenn ich mol nei will. “ „Sa emol, host du schun dei Bämche.“ „Her mer uff. Es letzte Johr hot mir gereicht. Der Baam muss schun älder gewese sinn, der hot schunn drei Tach vor Weihnachte die Nodele velore. Dann hott die Katz gemäänt, sie mist mit de Kuggele spiele und kladeradatsch, der ganze Baam is umgefalle. Bis ich die runnergefallene Nodele aus dem Flokatiteppich drauß hat. Ich kann der saan: Vier Flache Bier. Unn beim Abfracke is e Lamettafahn in die Steckdos. Alles dunkel. Unn die nei Lichterkett honn ich so veworschtelt, dass ich se des Johr mit de Zang ausenanner schneide miest.“ „Mir krie ach kän Baam des Johr.“ „Warum net?“ „Ach wege dene Nodele und die Kinn sinn jo aach schunn aus em Haus.“ „Alla dann, ich muss.“ Wo machschen hie?“ „Ich kaaf e Nordmanntann.“ „Du bischt doch äläh.“ „Unn? Ich setz mei rote Kapp uff, du die verworschtelte Lambe schee um de Baam lege, es Lametta vom letzte Mol und die vun de Katz vebollerte Kugele nohhänge, zieh mei selbgebatiktes Nikolaushemd aan, schalts Radio an und trink e paar Flasche Nikolausbier. Ubd dann solsch du mol mei Hosianna here.“ „Dann Frohe Weihnachte.“ Dir ach.“

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Doch

Wasser fluten Felder,
Stürme roden Wälder,
Herzen keiner biegt,
wenn die Liebe sie umgibt.

Montag, 6. September 2010

Glück

Es liegt vor mir, ich fühle, ich kann‘s fassen,
des Lebens Glück und Freud‘.
Werd‘ im Bestreben nie mehr lassen,
gelingt es morgen oder heut‘.

In unseres Lebens Spiel
stets nur der Weg begangen wird,
denn kein Gedanke an ein Ziel
zu Zweisamkeit und Liebe führt.

Dem Schicksal möchte ich heut‘ danken,
dass unsre Wege sich verbinden,
mög’s unsere Seelen um uns ranken
und ewig uns in Lieb‘ verwinden.

Kein Glück wird schöner je empfunden
als das, das kam, aus Himmels Sphären
drum lass uns nicht die Tief‘ erkunden,
wenn Engel unsre Liebe nähren.

Donnerstag, 26. August 2010

Einmal noch

Einmal noch,
nur einmal noch,
möchte ich geben,
was meine Seele beglückt.


Einmal noch,
nur einmal noch
möcht’ ich erleben,
dass mein Herz entrückt.


Einmal noch,
nur einmal noch,
möchte ich den Pfeil
der Liebe empfangen
durch Dich.

Montag, 9. August 2010

Vernunft?

Gar trügerisch rät einem Menschen die Vernunft, ohne auf die Stimme des Herzens zu hören, Lebensweise und Lebensverhältnisse zu ändern. Der Ratio sollte in vielen Lebensbereichen unbedingt gefolgt werden, aber in Angelegenheiten der Seele sollte der Mensch seiner gefühlten inneren Befindlichkeit folgen. Vernunft vermag vielleicht ein mehr oder weniger sorgenfreies Leben garantieren, jedoch ist sie kein Garant für Glück oder innere Zufriedenheit.

Nun, er lernt, aus dem, was war, manches jedoch vermag nur das Schicksal zu fügen und alles Wägen, Leiten und Denken entzieht sich seinem Einfluss.

Sie

Als sie meinem Käfig entwich, half kein suchen.
Später hörte ich, nur wer nicht sucht, findet. Gut.
Kürzlich erblickte ich sie am Horizont,
voller Freude winkte ich ihr zu.
Doch als sie näher kam, errichtete ich einen Zaun.

Hoffnung?

Höre in mich hinein - NICHTS!
Sehe in mich hinein - NICHTS!
Fühle in mich hinein - NICHTS!

Hoffnung? JA, aber für WEN?